Die Geschichte des Bieres

An dieser Stelle möchte ich mich sehr herzlich bedanken bei Herrn Bernt Horeth, Lehrer an der Berufsschule für Brauer.

Nach dem Besuch seines Bierbrauseminars an der VHS Tegernsee hatte ich es wesentlich leichter, diese Seiten mit Leben

und Wissen zu füllen.



Datum

Ereignis

4000 v. Chr.

 

Erste Zeugnisse von Bier bei den Sumerern.  Es handelte sich um einen vergorenen Brei aus Emmer- und Gerstenbrot.

 

2000 v. Chr.

 

Bei den Babyloniern waren bereits 20 Biersorten bekannt. Es kam zu einem schwunghaften Export nach Ägypten. In Ägypten wird das Bier zum Volksgetränk und "Grundnahrungsmittel" (das kennen wir doch irgendwie!), auch für die schwer arbeitenden Sklaven beim Bau der Pyramiden (sonst hätten die sich vielleicht doch mal gefragt, für was sie die Steinhaufen aufschichten!). Würzmittel der damaligen Zeit waren Honig, Zimt, Anis, Safran, Eichenrinde, Rettich u. ä. (bäh!)

 

1000 v. Chr.

Das Bier findet Verbreitung bei den Germanen Nordeuropas.

800 v. Chr.

 

Ältestes deutsches Zeugnis für Bier aus der Nähe von Kulmbach. Als Grundstoff wird nicht mehr Brotteig verwendet, sondern gekeimte, getrocknete Gerste - die Vorstufe zum heutigen Malz. Die Bierherstellung war ausschließlich Frauensache und nur im Haushalt üblich. Als Bierwürzmittel kamen die bereits bei den Babyloniern zum Teil bekannten Mittel zum Einsatz (Honig für die Gärung, Myrte, Anis, Kümmel, Rosmarin, Eschenlaub, Eichenrinde, u. ä.)

 

11 Jhdt. n. Chr.

Der Hopfen - damals noch wild wachsend - wird als Würzmittel für das Bier entdeckt .

7.-9. Jhdt.

 

In den Klöstern kommt es zur Gründung der ersten Brauereien und das Bier wird das "flüssige Brot" während der Fastenzeit - entsprechend stark war das Bier da es den Kalorienbedarf decken musste. Die ersten urkundlichen Erwähnungen sind:

- im Jahr 612 St. Gallen in der Schweiz

- im Jahr 725 Weihenstephan (da streiten sich die Geister noch ob diese Jahreszahl stimmt)

- im Jahr 746 Tegernsee

 

13.-16. Jhdt.

 

Es entwickeln sich immer mehr gewerbliche Brauereien, vor allem im Norden Deutschlands - Bayern ist immer noch Weinland.

 

17. Jhdt.

 

Bayern wird (endlich!) Bierland, da der 30-jährige Krieg die Weinberge in Bayern und die Brauereien im Norden zerstört hatte.

 

18. Jhdt.

 

In Bayern gibt es etwa 4000 Brauereien.

 

19. Jhdt.

 

Die Erfindung der Dampfmaschine, des Thermometers und des Saccharimeters (Zuckermessgerät) revolutioniert das Brauwesen. Diese Erfindungen ermöglichen das Entstehen der ersten großen Brauereien.

 

1873

 

Erfindung der Kältemaschine (Kältemittel war der Ammoniak) durch Carl Linde. Dadurch wurde das Bierbrauen zu jeder Jahreszeit möglich und man konnte auch untergärige Biere brauen (Bock, Doppelbock, Märzen, Pils, ... siehe unser Bierlexikon).

 

1876

 

In seiner "Etudes sur la biere" ("Studien über das Bier") entdeckt Louis Pasteur die Mirkoorganismen und die Gärungsabläufe. Seit dieser Zeit ist die Hygiene das oberste Gebot in den Brauereien.

 

1880

 

Es gibt etwa 19.000 Brauereien in Deutschland - weltweit kommt jedes vierte Bier aus Deutschland! In München existieren 42 Brauereien.

 

1881

 

Bis zu diesem Zeitpunkt war die Gärung noch immer dem Zufall und den freien Hefen (wegen der mangelnden Hygiene) überlassen. Erst durch E.C. Hansen (Dänemark) und seine Hefeeinzucht kann die Gärung gezielt angestoßen werden.

 

Neuzeit

 

Es ist ein stetiger Rückgang zuerst der kleinen Braustätten und mittlerweile auch der großen Brauereien durch Aufkauf und Fusionen zu verzeichnen. Z. Zt. gibt es in Deutschland etwa 1200 Braustätten (davon 660 in Bayern ) mit 40.000 Beschäftigten.